Die sichere Lagerung wassergefährdender Stoffe setzt technisch einwandfreie Auffangwannen voraus. Materialwahl, Konstruktion, Dichtheit und Fertigungsqualität sind entscheidend für die dauerhafte Funktionsfähigkeit und die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen.
Material: Warum Stahl bei Auffangwannen eingesetzt wird
In der industriellen Gefahrstofflagerung werden Auffangwannen häufig aus Stahl gefertigt, da der Werkstoff sowohl mechanische als auch chemische und brandschutztechnische Anforderungen erfüllt.
Stahl ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1) und trägt im Brandfall nicht zur Brandlast bei. In Bereichen mit entzündbaren Flüssigkeiten oder erhöhter Brandgefährdung ist dies ein wesentlicher Sicherheitsfaktor.
Darüber hinaus bietet Stahl eine hohe Beständigkeit gegenüber vielen mineralölbasierten Stoffen, Kraftstoffen, Schmierstoffen und zahlreichen wassergefährdenden Flüssigkeiten. In Verbindung mit Beschichtungen kann die chemische Widerstandsfähigkeit weiter erhöht werden.
- nicht brennbar und formstabil bei hohen Temperaturen
- geeignet für entzündbare und wassergefährdende Stoffe
- beständig gegenüber vielen industriellen Flüssigkeiten
- dauerhaft tragfähig auch bei hoher Flächenlast
Durch die verschweißte Konstruktion entsteht eine dauerhaft flüssigkeitsdichte Rückhalteeinrichtung, die für den langfristigen Einsatz im industriellen Umfeld ausgelegt ist.
Technische Regelwerke und baurechtliche Anforderungen
Die Herstellung von Auffangwannen erfolgt unter Berücksichtigung der einschlägigen technischen Regelwerke, unter anderem der AwSV sowie technischer Baubestimmungen wie der Stahlwannen-Richtlinie (StawaR).
Diese Regelwerke definieren Anforderungen an:
- Material
- Rückhaltevolumen
- Dichtheit
- konstruktive Ausführung.
Dichtigkeitsprüfung und ÜHP-Nachweis
Für Auffangwannen mit ÜHP-Nachweis ist eine dokumentierte Dichtigkeitsprüfung erforderlich. Die ÜHP (Übereinstimmungserklärung des Herstellers nach vorheriger Prüfung durch eine anerkannte Prüfstelle) bestätigt dann, dass die Auffangwanne den maßgeblichen technischen Anforderungen entspricht.
Die Flüssigkeitsdichtheit der Auffangwannen wird im Rahmen der Fertigung vom Hersteller geprüft. Zur Kontrolle der Schweißnähte wird bei den Auffangwannen im Auffangwannen.Shop das Farbeindringverfahren (DIN EN ISO 3452-1) eingesetzt. Dieses Prüfverfahren dient dem Nachweis oberflächenoffener Fehlstellen und stellt sicher, dass die Schweißnähte frei von Rissen oder Undichtigkeiten sind.
- geprüfte Schweißnahtausführung
- dokumentierte Dichtheitsprüfung
- Auszeichnung der Auffangwannen mit ÜHP
Durch diese Prüf- und Nachweisverfahren wird sichergestellt, dass die Auffangwannen als Rückhalteeinrichtungen im Sinne der geltenden technischen Anforderungen eingesetzt werden können.
Farbeindringverfahren
Auf die äußere Schweißnaht der Auffangwanne wird weiße Farbe/weißer Entwickler aufgetragen, während die Innenseite mit einer roten Flüßigkeit mit geringer Oberflächenspannung eingepinselt wird. Die rote Flüssigkeit dringt tief in Risse und mögliche Fehlstellen ein.
Durch den weißen Entwickler auf den äußeren Schweißnähten erkennt man schnell, ob das rote Eindringmittel durch die Schweißnähte gelangt.
Nach erfolgreicher Prüfung wird die Auffangwanne zur Verzinkerei transportiert. Mehrere reinigende Vorbereitungsschritte entfernen dann die Farbmittel, möglichen Schmutz, Flugrost bevor durch das Eintauchverfahren die schützende Zinkschicht aufgebracht wird.
Anforderungen nach StawaR (Anlage 17 MVV TB)
Die technischen Anforderungen an Stahl-Auffangwannen ergeben sich aus der Stahlwannen-Richtlinie (StawaR), veröffentlicht als Anlage 17 der MVV TB.
- definierte Werkstoffe und Mindestwanddicken
- korrosionsgeschützte Ausführung
- vollständig geschweißte, dichte Konstruktion
- keine Abläufe oder Durchdringungen
- kennzeichnungspflichtige Angaben auf der Wanne
Die Einhaltung dieser Anforderungen ist Voraussetzung für die baurechtliche Verwendung als Rückhalteeinrichtung.
Technische Details zu einzelnen Anforderungen nach StawaR finden Sie hier.
Zertifizierung und Qualitätssicherung
Die Herstellung erfolgt in einem nach EN 1090 zertifizierten Stahlbaubetrieb (SÄBU Morsbach GmbH). Die Zertifizierung betrifft die werkseigene Produktionskontrolle und stellt sicher, dass Fertigungsprozesse, Schweißausführung und Qualitätsüberwachung definierten Anforderungen im Stahlbau entsprechen.
- kontrollierte Fertigungsprozesse
- regelmäßige interne Prüfungen
- nachvollziehbare Qualitätssicherung
Lebensdauer und Wartungsaspekte
Stahl-Auffangwannen sind für eine langfristige Nutzung ausgelegt. Voraussetzung ist eine regelmäßige Sicht- und Zustandsprüfung sowie die sachgerechte Nutzung im vorgesehenen Anwendungsbereich.
Lebensdauer und WartungsaspektePassende Auffangwanne auswählen
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